«Das machen alle so...» - Mit «sozialer Bewährtheit» Druck machen
Wir alle möchten mit unserer Umwelt verbunden sein. Um dies zu erreichen, tun wir ähnliche Dinge wie unser Umfeld, das betont unsere Zugehörigkeit. Zeigt uns ein Betrüger, dass wir uns anders verhalten als unsere Mitmenschen, lässt uns dies mitunter Dinge tun, die wir eigentlich nicht wollen.
«Kaufen Sie Scheisse, Milliarden Fliegen können nicht irren...» Unbekannt
- Betont Ihr Gegenüber immer wieder, wie viele Andere das schon gemacht haben oder erwähnt Prominente?
- «Herr XY macht das auch!»
- «Sogar «DJ Bobo» benutzt das!»
Kitty Genovese
Ein geradezu erschreckendes Beispiel von «sozialer Bewährtheit» ist die Geschichte von Kitty Genovese. Catherine Genovese, so ihr richtiger Name, wurde spätabends auf der Strasse überfallen und ermordet. Dabei dauerte dieser Überfall über 35 Minuten und der Täter schlug immer wieder auf das Opfer ein, welches laut schrie und sich wehrte. Woher man weiss, dass es 35 Minuten dauerte? Nun, der Tod von Frau Genovese wurde von nicht weniger als 38 Nachbarn beobachtet. 38 Menschen wie Sie und ich, die zusahen, wie ein Mensch ermordet wurde und nichts unternahmen, um zu helfen. Der Grund war, so zynisch das auch klingen mag, «soziale Bewährtheit». Die Zuschauer sahen viele andere auch zuschauen, und dann verlässt sich jeder darauf, dass der Andere hilft. Bei grossen Gruppen bedeutet das dann, dass unter Umständen - und wie in diesem Fall - niemand hilft. Man macht das, was die anderen machen. Sozial bewährt eben! Die ganze Geschichte von Kitty Genovese können Sie bei Wikipedia lesen.Später durchgeführte Experimente bestätigten übrigens, dass die Bereitschaft zur Hilfe desto mehr abnimmt, je mehr Menschen Zeugen des Vorfalls werden. Hoffentlich haben Sie, wenn Sie mal Hilfe brauchen, das Glück, dass nur wenige Menschen anwesend sind und Sie direkt Hilfe bekommen.
Die Eule rät
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